Bericht über Herpeserkrankung im Reiterjournal Ausgabe November 2017

Auf Seite 126 berichtet das Reiterjournal über den Ausbruch des Equinen Herpesvirrus (EHV) im Stuttgarter Reit- und Fahrverein e.V.

"HERPESerkrankung sorgt für Unruhe"

Herpesvirus gilt als ernstzunehmend - Panikmache ist jedoch fehl am Platz. (Text: Sabine Wentsch) 

Bei einem Pferd im RuV Stuttgart und einem im Karlsruhe wurde das Equine Herpesvirus (EHV) nachgewiesen. Bis zu 90 Prozent der Pferde tragen das Herpesvirus in sich, ohne dass Symptome auftreten. Ist die Abwehr jedoch geschwächt, kann es zum Ausbruch und zur Virusausscheidung kommen. Das aktivierte Virus kann, je nach Virustyp (EHV-1 bis -4), zu hohem Fieber, Atemwegserkrankungen mit klarem Nasenausfluss, verfohlen oder schwerwiegenden zentralnervösen Störungen wie schwankendem Gang, Blasenlähmung und Festliegen führen.

 

Das Tier in Stuttgart litt im Krankheitsverlauf unter den starken neurologischen Folgen der Infektion, die dazu führten, dass keine Hoffnung mehr bestand und das Pferd, eine sechsjährige Ponystute des Vereins, euthanasiert werden musste. Auch das Pferd in Karlsruhe musste erlöst werden. Schlimme Nachrichten, die bei vielen Pferdebesitzern Sorge auslösten, schließlich ist der gefürchtete Virus hochansteckend und durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen und Schnauben,  übertragbar. Durchaus begründete Sorgen, allerdings konnten sich diese, betrachtet man zunächst den Verlauf des Geschehens am Kräherwald beim aktuellen Ausbruch der Infektion, in Grenzen halten, denn dort wurde von Beginn an alles richtig gemacht. Das Pony war erstmals durch Probleme beim Herabsenken des Kopfes aufgefallen, woraufhin sofort eine Tierärztin der Pferdeklinik Kirchheim hinzugerufen wurde, die schnell den Verdacht einer Herpesinfektion äußerte und veranlasste, dass die Stute umgehend von den anderenisoliert und die Anlage unter Quarantäne gestellt wurde. "Der ursprüngliche Ausbruch eines Equinen Herpes wird im Regelfall, wie aktuell auch, durch ein neurologisch auffallendes Pferd entdeckt. Misst man dann im weiteren Bestand Fieber, finden sich oft einige weitere Tiere die sich bereits mitten im Krankheitsgeschehen befinden. Das war jedoch im Reitverein an Kräherwald nicht der Fall", so Dr. Susanne Müller vom Pferdegesundheitsdienst in Stuttgart. Auch wenn im Verein häufig Pferde ein und aus gehen, konnte wohl durch die flächendeckende EHV-Impfung des Bestandes eine massive Vermehrung des Virus und damit ein weiteres Ausbreiten der Infektion vermieden werden.

 

Das EH-Virus breitet sich nicht über weite Entfernungen durch die Luft aus, vielmehr ist ein enger Kontakt mit virusausscheidenden Tieren nötig, weshalb sich die, übrigens bundesweit regelmäßig auftretenden, Infektionsausbrüche häufig auf einzelne Ställe beschränken. Beide Betriebe im Land, in denen das Virus bestätigt wurde, standen unter Quarantäne und wurden intensiv tierärztlich betreut. 

EHV - Was ist zu tun?

  • Der betroffene Betrieb ist unter Quarantäne zu stellen. 
  • Tier- wie auch Personenverkehr sollte auf das Nötigste beschränkt werden. 
  • Bei frühzeitiger Erkennung einer Erkrankung wird empfohlen, das betroffene Tier zu isolieren. 
  • Einsteller und andere Personen im Betrieb sollten zeitnah informiert werden. 
  • Es wird abgeraten, Veranstaltugen abzuhalten oder daran teilzunehmen. 
  • Zweimal täglich sollte eine Temperaturkontrolle bei allen Pferden im Bestand durchgeführt und dokumentiert werden. Tiere mit einer Temperatur über 38°C müssen genau beobachtet werden. Pferde mit Fieber sollten sofort einem Tierarzt vorgestellt werden. 
  • Boxen, in denen Stuten verfohlt haben, müssen gründlich desinfiziert werden. Es ist empfohlen, den Abort untersuchen zu lassen. 
  • Die Nutzung von Desinfektionsmatten und -wannen wird angeraten. 
  • Falls möglich sollte eine personelle Trennung bei der Versorgung der betroffenen und gesunden Tiere eingerichtet werden. Ansonsten muss die Arbeit bei den geunden Tieren zuerst verrichtet werden. 
  • Ein Kleiderwechsel vor dem Betreten eines anderen Betriebs ist empfehlenswert. 
  • Händewaschen und desinfizieren beziehungsweise das Tragen von Handschuhen ist Pflicht. 
  • Das Virus ist empfindlich gegenüber gängigen Hygienemaßnahmen, sodass eine Wäsche der Kleider mit normalem Waschmittel ausreichend ist. 
  • Der Pferdegesundheitsdienst der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg empfiehlt generell eine Impfung des gesamten Bestandes, um eine massive Vermehrung zu verhindern. 

 

 

Letzer Status zur Pferdeherpesinfektion

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

 

das heute eingetroffene Ergebnis der 2. Nasenabstrichsprobe durch den Pferdegesundheitsdienst hat ergeben, dass alle unsere Pferde gesund sind.

Ab sofort ist die Quarantäne im Stuttgarter Reit -u. Fahrverein e.V. aufgehoben.

Alle in diesem Zusammenhang stehenden Hygienemaßnahmen, Temperaturüberwachung der Pferde etc., werden eingestellt.
Wir bedanken uns noch einmal in aller Form bei der Tierklinik Kirchheim und bei Frau Dr. Müller vom Pferdegesundheitsdienst für die Unterstützung.

 

Mit freundlichen Grüßen
Stuttgarter Reit -u. Fahrverein e.V.

 

 Der Vorstand                                                                                                                  30.10.2017

 

 
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